innere gefühle und äußere projektionen
Wir Menschen sind Meister darin, unser innerstes Wesen ins Außen zu projizieren. Dies geschieht meist unbewusst, denn wer ist sich schon (gerne) seiner Schattenseiten bewusst.
Sind wir ärgerlich, ist der Grund natürlich gerade der Nachbar, der uns hierfür wie gerufen kommt (oder welche Form auch immer).
Doch um den Ursachen für die Projektionen auf den Grund zu gehen, ist es nötig, tiefer in diese Materie einzutauchen. Ärger -in diesem Falle- hat ja eine Ursache. Wir verspüren einen Mangel, der uns emotional reagieren lässt. Da wir uns ungern selbst angreifen -aber uns stehts als Opfer sehen-, suchen wir etwas im Außen, auf das wir unsere Gefühle "umlenken" können. So sind wir nicht mehr selbst "Schuld", konkret Verursacher dieses Gefühles, sondern eine Form im Außen ist der vermeintliche Urheber.
Der Nachbar ist an der Wut Schuld und nicht mehr wir selber. Dabei kann der Nachbar gar nichts dafür, er ist nur eine leere Leinwand, die uns das zeigt, was wir sehen wollen. Dieses Beispiel lässt sich auf alles und jeden erweitern, was nicht der reinen Liebe entspricht.
Wann immer wir etwas wollen oder nicht wollen, ist unser Ego aktiv. Es suggeriert uns einen Mangel, findet Verursacher, Täter, Opfer. Und natürlich sagt es uns, wie wir diesen Mangel beseitigen können. Leider verschweigt es dabei, wie unersättlich es ist. Es ist hungrig und will mehr. Schon ist der nächste Mangel entdeckt, den man begierig im Außen zu stillen sucht.
Doch was wünschen wir uns? Ist es nicht so, dass sich die meisten Menschen nach Frieden, Liebe, Einheit, Geborgenheit und Sicherheit sehnen?
Wenn wir ins Außen oder konkreter mit den Augen des Egos -der Getrenntheit- sehen, ist es unmöglich das zu sehen, was uns glücklich macht - unser Wahres Selbst. Denn die Welt der Formen ist instabil, von Wandel und Zerfall geformt. Das, was wir suchen findet sich nur im Innen. Nur wenn wir mit unseren inneren Augen sehen, den Augen des geheilten Geistes, sehen wir die Wirklichkeit. In ihr gibt es keinen Mangel, kein Verlangen, keine Sehnsucht. Alles ist dort in bester Ordnung, Perfektion und Harmonie.
Wir müssen lernen, dass das, was wir meinen zu sehen nicht wirklich ist. Dass wir vergessen haben, dass bereits alle unsere Wünsche erfüllt sind. Wir wunschlos glücklich und ohne Mangel sind.
Wir müssen lernen, unsere falschen -aber nicht zu verurteilenden- Gedanken und Gefühle einer Korrektur preis zu geben. Zu erkennen, dass unser Ego uns permanent eine goldene, wenn auch giftige- Möhre vor die Nase hält, der wir wie ein Esel nachrennen.
Je eher wir dies erkennen und um Korrektur, um Vergebung, bitten, umso eher und schneller finden wir das, was wir wirklich suchen.
Wollen wir also lieber unseren unendlichen Leidenschaften im Außen nachrennen, oder lieber innehalten und uns zeigen lassen, das wir bereits längst glücklich sind?
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